SEHR SELTENES OFFIZIERSGLAS
C.P. GOERZ BERLIN
"MANTELGLAS"
Anfang 20. Jhdt.

MIT REGIMENTSGRAVUR!

mit Riemen!

Kurz nach der Jahrhundertwende bis 1908 wurden von Goerz drei Varianten
des D.F. 03 mit nicht erweitertem Objektivabstand
hergestellt. Dieses D.F.
gehört zu der ersten Ausführung. Es wurde als sogenanntes"Mantelglas"
bezeichnet.

Die Bauweise ist so konstruiert, dass man nach entfernen des unteren Deckels,
die Hülle mit dem fix verbundenen oberen Deckel abziehen kann. Zum Vor-
schein kommt der Prismenstuhl. Dadurch kann das Reinigen der Prismen
auch von Laien vorgenommen werden.

Das Fernglas war aber durch diese Konstruktion anfälliger gegen das Ein-
dringen von Nässe und Staub.

Deshalb wurden nur wenige davon gebaut und es war nur einige Jahre in
Produktion.

Die schwer lesbare Aufschrift lautet: DF 03 Offizierglas Nr. 2693 (militärische Nummer) UF.

Die Konstruktion ist mit "offener Brücke".

Die Seriennummer ist 71460. Es wurde 1904 hergestellt.

Die Klemmschraube zum Fixieren vom Augenabstand.

Das an der oberen Teilscheibe eingravierte "K" bedeutet die militärische Abnahme
der Gewehrprüfungskommission Spandau.

Durch die Gravur an der Unterseite des Glases kann dem Fernglas die
Einsatztruppe zugeordnet werden. Es ist: 2. Inv.Nr. der 9. Kompanie des
5. Hannoverschen Infanterie-Regiment Nr.165. Dieses Regiment gehörte zur
7. Infanterie Division und hat 1914 - 1918 an den Kämpfen der Westfront teilgenommen. Die 2. Inv.Nr. deutet wahrscheinlich auf den stellverstretenden
Kompaniechef der 9. Kompanie hin.

Das Fernglas ist 11 cm hoch, 12 cm breit und wiegt 510g.